1. Die Aufgaben der Berufsschulstufe

Der Schwerpunkt der Berufsschulstufenarbeit liegt in der Vorbereitung der jungen Erwachsenen auf das Leben nach der Schule. In der Berufsschulstufe erfüllen die Jugendlichen ihre Berufsschulpflicht. Die Berufsschulstufe bereitet die Jugendlichen auf ihr späteres Leben als Erwachsene in den Lebensfeldern Arbeit, Freizeit, Wohnen, Partnerschaft und Gesellschaft vor.

Weitere Aufgaben:

  • Planung und Vorbereitung des eigenen Lebens- und Berufsweges
  • Durchführung von Arbeitsprojekten, Betriebserkundungen, Praktika
  • Praktizieren verschiedener Dienstleistungen (z.B. Versorgung Schulwäsche, Schulkiosk,Catering etc.)
  • Verständigung und Kontaktaufnahme mit Partnern aus dem nachschulischen Bereich (Arbeitsstätten, Integrationsfachdienst, Wohnen, Freizeiteinrichtungen)/ Kooperationen z.B. BVJ, Sonderberufsfachschule etc.
  • Erweiterung kulturtechnischer Kenntnisse anhand realitätsnaher Inhalte (z.B. Reflexionsformen/ Qualifikationsnachweise)
  • Mitwirkung, Mitbestimmung bei der Auswahl schulischer Inhalte
  • Übernahme von Verantwortung (Schülermitverantwortung-SMV)
  • Mobilität
  • Wohntraining
  • Auseinandersetzung mit der Behinderung

 

2. Übergeordnete Ziele der Berufsschulstufe

Der Unterricht in der Berufsschulstufe zielt darauf ab bestimmte Kompetenzen auszubilden und besonders zu fördern.
Die Schülern/innen sollen

  1. mehr Eigenverantwortung übernehmen lernen
  2. mehr Selbständigkeit entwickeln
  3. Schlüsselqualifikationen ausbilden z.B. Ausdauer, Pünktlichkeit, Zusammenarbeit, Motivation, Kritikfähigkeit...
  4. auf die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben vorbereitet werden

 

3. Allgemeine Bedingungen

3.1 Schülerausweise

Alle Schüler/innen der Berufsschulstufe erhalten einen Schülerausweis. Die notwendigen Passfotos werden im Rahmen des Unterrichts selbst aufgenommen und ausgedruckt.

 

3.2. Zusammenarbeit mit den Eltern

Zu Beginn eines Schuljahres werden die neuen Berufsschulstufenschüler/innen und ihre Eltern über die o.g. Inhalte und Regelungen informiert.

Während der Berufsschulstufenzeit wird durch enge Kooperation mit dem Elternhaus versucht, eine Übereinstimmung bezüglich Förder- und Unterstützungsmaßnahmen, beruflicher Möglich-keiten und über den Zeitpunkt der Entlassung aus der Berufsschulstufe, zu erreichen. Dazu werden die Eltern zweimal jährlich zu Förderplangesprächen eingeladen. Anhand einer Kompetenzanalyse, die leicht zu lesen ist, da sie grafisch die Stärken aber auch Fördermöglichkeiten jedes einzelnen Schülers aufzeigt, wird das Förderplangespräch geführt. Außerdem werden aufgrund dieser Kompetenzanalyse gemeinsam Förderziele formuliert, die sich sowohl auf den Ausbau der Stärken als auch auf die Förderung der schwächeren Lernbereiche bezieht. Bei den Förderzielen werden die konkrete Umsetzung, die Zuständigkeit sowie der Zeitraum festgehalten und durch die Unterschrift aller Teilnehmer verbindlich festgemacht. Nach Ablauf des Zeitraums werden die Förderziele ausgewertet und entsprechend angepasst oder neue formuliert.

Bei Berufsschulstufenschülern, für die evtl. ein Wechsel in die BVE in Betracht kommt, wird die Kompetenzanalyse der BVE verwendet.

 

3.3. Einverständniserklärung

Alle Eltern unserer Berufsschulstufenschüler/innen erklären schriftlich ihr Einverständnis über die Durchführung von Praktika. Nur wenn diese Erklärung vorliegt, kann der Schüler an den Praktika teilnehmen.

 

3.4. Versicherungsschutz für Berufsschulstufenschüler/innen

Alle Berufsschulstufenschüler/innen müssen eine Schüler-Zusatzversicherung abschließen (Kosten 1 Euro pro Schuljahr). Diese Versicherung schließt alle Praktika ein und ist Voraussetzung für die Durchführung der Praktika.
Darüber hinaus wurde der Unfall- und Haftpflicht-Versicherungsschutz mit den entsprechenden Versicherungsträgern abgeklärt.

 

4. Organisation des Unterrichts in der Berufsschulstufe

Die Lernfelder Arbeit und Berufsvorbereitung, Wohnen, Mobilität, Freizeitgestaltung, Partnerschaft/Sexualität und Allgemeinbildung sind zentrale Themen des Unterrichts in der Berufsschulstufe. Die Förderung der Eigenverantwortung, Selbständigkeit und Ausdauer der Schüler/innen sowie deren Vorbereitung auf die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben spielen aber auch eine entscheidende Rolle bei der Unterrichtsgestaltung.

 

4.1. Bildungsbereich: Sprache - Deutsch, Mathematik

In der Berufsschulstufe wird versucht, die bislang erworbenen Kenntnisse zu festigen und in alltagsrelevanten Situationen anzuwenden (z.B. Einkaufszettel schreiben, Kopfrechnen, Kassenabrechnungen, Umgang mit Geld, Berechnen von Längen und Größen während des Werkunterrichts).

Im Bereich Sprache befindet sich jeder Schüler auf einem anderen Stand der Sprachentwicklung und erschließt seine Sprachformen anders. Im Bereich Mathematik erschließt sich jeder Schüler seine Umwelt anders und hat andere Strukturen und Vernetzungsstrategien.

Deshalb wird jeder Schüler dort abgeholt, wo er steht und individuell gefordert und gefördert. Dies geschieht auf der Grundlage einer Kompetenzanalyse, die in die Förderplanung einfließt.

 

4.1.1. Sprache

Im Bereich Sprache haben wir die Schwerpunkte Sprechen, Verständigung und Lesen/Schreiben.

Die Schüler lernen

  • angemessen zu kommunizieren: gezielte Fragen zu stellen, entsprechende Antworten zu geben, …
  • vor Publikum zu sprechen: präsentieren, moderieren
  • neue Wörter (Fremdwörter und Fachbegriffe) kennen
  • sinnentnehmend zu lesen: Materialpläne, Einkaufszettel, To-do-Listen, Kochrezepte, …
  • Texte zu verfassen: Praktikumsberichte schreiben, Tagesberichte verfassen, Plakate gestalten, …

 

4.1.2. Mathematik

Zusätzlich zu den in allen Kursen integrierten mathematischen Unterrichtssituationen erhalten die Schüler/-innen der BST wöchentlich zwei Schulstunden Mathematikunterricht. Hier werden die Schüler/-innen individuell, je nach Kompetenz unterrichtet. Die Schwerpunkte des Unterrichts sind die Themenfelder „Maßzahlen für Größen, Zeit, Länge, Geld, Volumina, Gewicht“ und „Geometrische Vorstellungen“ sowie die Dimension „Umgang mit Zahlen (Rechenzahlaspekte)“ (Vgl. Bildungsplan 2009).

 

4.2. Das Kurssystem

Der Unterricht in der Berufsschulstufe findet zum Großteil in Form unseres Kurssystems statt. Über den Klassenverband hinaus, werden die Schüler/innen in verschiedenen Kursen (z.B. Kochen, Lesen/Schreiben, Mathematik, Wohnen, Zukunftsplanung, Umwelt/ Recycling, Einkaufsdienst,…) unterrichtet. Dadurch wird versucht den individuellen Neigungen, Fähigkeiten und Bedürfnissen der Schüler besser entsprechen zu können und die Schüler finden sich in immer wechselnden Konstellationen wieder.

 

4.3. Zeugnisform

Unsere Schüler/innen bekommen ihre Zeugnisse in Formularform. Durch diese übersichtliche Zeugnisform können sich Eltern ein genaueres Bild von den Leistungen ihrer Tochter bzw. ihres Sohnes machen.

 

4.4. Essensausgabe

Unsere Schüler/innen müssen sich, in Anlehnung an die Anforderungen in der OWB, ihr Mittagessen selbständig holen und dürfen sich im Speisesaal einen Platz frei wählen. Auch muss jeder nach der Mahlzeit selbst sein Geschirr zurückbringen. Jeweils eine Berufsschulstufen-klasse ist im Anschluss an das Mittagessen jeweils für den Küchendienst in der Verteilerküche, für das Aufräumen im Speisesaal, Tisch abwischen und Stühle hochstellen im Speisesaal verantwortlich. Ab dem kommenden Schuljahr wird jeder Schüler aus zwei Essen auswählen können.

 

5. Bildungsbereich: Selbstständige Lebensführung

 

5.1. Lerndimension: Arbeit

Im Unterricht der Berufsschulstufe nimmt der Lernbereich Arbeit eine entscheidende Rolle ein. Mit verschiedenen unterrichtlichen Maßnahmen wird versucht, die Schüler/innen auf die Anforderungen im Berufsleben vorzubereiten.

 

5.1.1. Praktika in der Berufsschulstufe

Alle Schüler/innen der Berufsschulstufe der Fidelisschule Sigmaringen machen in jedem Schuljahr ein zweiwöchiges Pflicht-Praktikum in der OWB Sigmaringen bzw. der OWB Mengen.

Alle Praktika werden im Unterricht der Berufsschulstufe vorbereitet und besprochen. Während der Praktika werden die Schüler/innen durch ihre Lehrer/innen individuell begleitet. Nach Abschluss der Praktika werden die Erfahrungen wieder innerhalb der Berufsschulstufe aufgearbeitet.

Damit die Praktikumstellen sich auf ihre zukünftigen Praktikanten/Praktikantinnen einstellen können, erhalten die Arbeitgeber Informationen über die Schüler/innen durch die Fidelisschule.

Nach Abschluss des Praktikums erhält die Fidelisschule vom Praktikumsbetrieb einen Beurteilungsbogen. Im Unterricht geben die Schüler/innen eine eigene Einschätzung des Praktikums ab.

Ziel dieser Maßnahmen ist es, dass Schüler/innen, Eltern und Lehrer/innen zunehmend eine bessere Einschätzung der individuellen Möglichkeiten des Einzelnen bekommen.

Dabei kann auch das Misslingen eines Praktikums durchaus positiv sein. Die Schüler/innen erkennen beispielsweise, dass eine Tätigkeit zu schwierig für sie ist, dass sie dem Arbeitstempo in einem Arbeitsfeld nicht gewachsen sind oder dass in einem Arbeitsbereich zu wenig Zeit für ihre eigenen Bedürfnisse und Anliegen bleibt.

Im Berufsschulstufenforum stellen sich die Schüler/innen ihr Praktikum dann mit Hilfe einer kurzen Präsentation gegenseitig vor. Dies dient einerseits dazu den Mitschülern zu zeigen was man im Praktikum genau gemacht hat, und andererseits den Horizont des Einzelnen zu erweitern und verschiedene Arbeiten kennenzulernen. Auch ist es für viele Schüler/innen eine große Herausforderung sich vor der gesamten Stufe zu präsentieren. Das Berufsschulstufenforum findet ca. 2-3 mal im Schuljahr statt.

 

5.1.2. Zusammenarbeit mit anderen Institutionen

Integrationsfachdienst

Die Zusammenarbeit mit dem Integrationsfachdienst (IFD) in Sigmaringen geschieht in unterschiedlichen Formen und ist seit Gründung der BVE-Klasse überwiegend für diese Schülergruppe relevant. Generell kann der Integrationsfachdienst die Suche nach geeigneten Praktikums- und Arbeitsplätzen in der freien Wirtschaft unterstützen. Gegen Ende der Schulzeit übernimmt der Integrationsfachdienst auch Aufgaben wie z.B. die Begleitung eines Praktikums auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Es wird genau überprüft, ob die Möglichkeit einer späteren Beschäftigung besteht. Der Integrationsfachdienst berät die Schülerin/den Schüler, die Eltern, den Betrieb und die Fidelisschule über mögliche finanzielle Hilfen und Unterstützungsmaßnahmen, was den Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt betrifft.

 

OWB

Eine enge Zusammenarbeit mit der OWB bietet im Einzelfall individuell abgestimmte Möglichkeiten für unsere Berufsschulstufenschüler/innen:
Teilnahme am Kursangebot für zusätzliche arbeitsmarktrelevante Qualifizierungen schon während der Schulzeit (z.B. Ameisen- oder Gabelstaplerführerschein, Kurse im hauswirtschaftlichen Bereich)
Außerdem sind neben dem 2-wöchigen Pflichtpraktikum bei Bedarf auch individuelle Langzeitpraktika in der OWB möglich.

 

5.1.3. Arbeitstage

Aufgrund von Rückmeldungen der OWB und anderer Praktikumsbetriebe mussten wir feststellen, dass die Fähigkeit „ausdauernd zu arbeiten“ bei unseren Schüler/innen in der Berufsschulstufe noch besser gefördert werden sollte. Aus diesem Grund bietet die Berufsschulstufe die sogenannten Arbeitstage an, die alle Schüler/innen während ihrer Zeit in der Berufsschulstufe mehrmals absolvieren müssen. Deshalb haben wir einen ganzen und einen Halben Arbeitstag in unser Kurssystem aufgenommen.

An diesen Arbeitstagen arbeiten die Schüler/innen von Schulbeginn bis Schulende in den Werkräumen bzw. im Freien oder im Schulkiosk. Die Freizeitstunde findet für die teilnehmende Schülerschaft an diesem Tag nicht statt. Neben der Vermittlung von Grundkenntnissen (z.B. Bezeichnung und Handhabung von Werkzeugen und Maschinen) geht es insbesondere um die Steigerung der Ausdauer und Konzentration.

 

Arbeitstag Technik

Im Rahmen dieses Arbeitstages erhalten die Schüler Lernangebote im Lernbereich Werken. Die Schüler arbeiten an verschiedenen Unterrichtsprojekten mit verschiedenen Werkstoffen (z.B. Holz , Farben etc.). Teilweise werden in diesem Unterrichtsbereich auch “Aufträge“ aus dem Schulbetrieb übernommen wie die Verrichtung von kleinen Reparaturen oder die Erstellung von Unterrichtsmaterialien ( z.B. Aussägen von Holzbuchstaben). Auch das Einüben in Serienarbeiten hat hier seinen Platz.

 

Arbeitstag Schulkiosk/ Hauswirtschaft

Die Berufsschulstufe bietet einen Schulkiosk an. Dort werden Butterbrezeln, belegte Brötchen, selbstgebackene Muffins, Kaffee, kalte Getränke etc. an die Lehrer/innen und Schüler/innen der Fidelisschule verkauft.

Der Verkauf findet jeweils dienstags und donnerstags während der großen Pause statt. Der Schulkiosk wird als „Arbeitstag“ angeboten. Dies ermöglicht, dass die Schüler/innen in zunehmendem Maß Verantwortung für einzelne Teilbereiche übernehmen können. Die Schüler/innen sind über den Kioskbereich hinaus zuständig für das Waschen, Trocknen und Bügeln der Handtücher, die in den Klassen bzw. in den Küchen der Fidelisschule verwendet werden.

 

Arbeitstag Dienstleistung

Im Kurs „Dienstleistung“ werden Einkaufsaufträge angenommen. Gemeinsam wird überlegt, in welchen Geschäften die bestellten Waren eingekauft werden sollen. Anschließend wird eine Route geplant, bei der bestimmte Kriterien, wie Zeit, Kürze der Laufstrecke oder das Gewicht der Besorgungen berücksichtigt werden. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln gelangen die Dienstleister zu den entsprechenden Geschäften und Läden. Nach erfolgreichem Einkaufen werden die Bestellungen sortiert, die Abrechnungen erledigt, kontrolliert und ausgegeben. Evtl. anfallendes Rückgeld wird mit Belegen und Waren kundenfreundlich verpackt und an den Auftraggeber überbracht.

Beispiel eines Abrechnungsbelegs:

 

Arbeitstag Textiles Werken

Diese Gruppe befasst sich mit Arbeiten rund ums Nähen, Flicken und Bügeln. Außerdem wird in diesem Kurs der Nähmaschinen-Führerschein gemacht, der die Schüler dazu befähigt, Auftragsarbeiten in vielfältiger Form zu erledigen. Anhand einer Angebotsliste bestehend aus Taschen, Schürzen, Beutel, … kann bestellt werden. Auch individuelle Wünsche, wie Farbe, Muster oder Form können berücksichtigt werden. Zusätzlich bietet die Gruppe einen Reparaturservice an: hier werden lose Knöpfe an Hosen und Hemden genäht, Löcher in Hosen und Pullovern geflickt und auch gerissene Riemen und Henkel von Schul- und Sporttaschen werden wieder angenäht. Aber auch Sonderaufträge für andere Arbeitsgruppen werden erfüllt, wie z.B. Tischdecken nähen für den Schulkiosk, Einkaufstaschen herstellen für die Dienstleistung „Einkaufen“, …

 

Arbeitstag Schulgarten

Der Kurs ‚Schulgarten‘ findet innerhalb eines halben Arbeitstages im Kurssystem der Berufsschulstufe statt. Die Schülerinnen und Schüler lernen hier die anfallenden Tätigkeiten innerhalb des Schulgartens im Jahresverlauf kennen und sind somit unmittelbarer Teil des Prozessverlaufs. Innerhalb der Schulgartenarbeit spielen die Themen ‚Selbstständige Lebensführung‘, ‚Berufswahlorientierung‘, ‚Arbeit‘ und ‚Freizeitgestaltung‘ eine zentrale Rolle. Durch das Führen eines individuellen Garten-Portfolios und Besorgungen rund um den Schulgarten werden die Fächer Mathematik und Deutsch im unmittelbaren Lebensumfeld der Schülerinnen und Schüler eingebunden. Neben der Arbeit im Schulgarten werden Exkursionen wie beispielsweise eine Betriebsbesichtigung in einer Gärtnerei durchgeführt, um die Arbeit in einem Betrieb erfahrbar zu machen.

Der Kurs ‚Schulgarten‘ steht in Kooperation mit den Kursen ‚Catering‘, ‚Kochen‘, und ‚Kiosk‘ durch die unmittelbare Weiterverarbeitung und den Verkauf des im Schulgarten angepflanzten Gemüses. Zudem steht der Kurs in enger Kooperation mit dem Kurs ‚Technik‘ und dem BVE, beispielsweise bei der Herstellung eines Kompost für den Schulgarten.

 

5.1.4. Arbeiten/Dienstleistungen im Schulhaus und auf dem Schulgelände

Im Rahmen des Schulalltags gibt es in der Fidelisschule mehrere Möglichkeiten, bei denen Schüler/innen auf unterschiedliche Tätigkeiten und Anforderungen des täglichen Lebens vorbereitet werden können:

 

Arbeiten in der Schulküche

Unterstützung beim Holen und Verteilen des Mittagessens sowie beim Spülen in der Schulküche (Hauswirtschaft).

 

Catering

Ein Berufsschulstufenkurs bietet einen Catering-Service an und erledigt Aufträge innerhalb des schulischen Rahmens ( z.B. bei Unterrichtsbesuchen unserer Referendare) , aber es gibt auch außerschulische Aufträge (z.B. vom Bildungsbüro des Landratsamts Sigmaringen / BBQ-Berufliche Bildung gGmhH ). Die Bestellung (Getränke, süße Stückchen, Muffins, etc.) werden von den Schüler/innen in Begleitung eingekauft, zubereitet und zum vereinbarten Termin vor Ort in ansprechender Form serviert. Nach Abschluss der Veranstaltung werden die Reste abgeräumt und die Kosten in Rechnung gestellt.

 

Schulgarten

Über den Arbeitstag „Schulgarten“ hinaus, erledigen Schüler regelmäßig anfallende Arbeiten, wie Unkraut jäten oder gießen. Dazu übernehmen die Schülerinnen und Schüler selbstständig und selbstverantwortlich die Aufgaben anhand eines Plans. Aber auch Wartungsarbeiten, den Schulgarten betreffend, wie Wege ausbessern, Baumschnitt oder Werkzeuge ordnen, werden zeitnah in Angriff genommen und bearbeitet.

 

Recycling

Einmal wöchentlich sammeln Schüler den Papierabfall des Verwaltungsbereichs und entsorgen diesen ordnungsgemäß. Außerdem werden Gegenstände, die zur Entsorgung bestimmt sind, in ihre Einzelteile zerlegt und diese so gut wie möglich recycelt. Aktuell werden alte Computer auseinandergenommen und nach verschiedenen Materialien sortiert. Regelmäßig finden dann Fahrten zum Recyclinghof statt, wo die Schüler die getrennten Materialien dann abgeben bzw. sie in die entsprechenden Sammelbehälter werfen. Dabei lernen sie hautnah kennen, welche Abfallstoffe wie entsorgt werden.

 

5.1.5. Arbeitskleidung

Alle Schüler/innen der Berufsschulstufe benötigen für bestimmte Arbeiten folgende zusätzlichen Kleidungsstücke in der Schule:

  Jeder Schüler benötigt:
  • Arbeitsmantel
 
für Außenarbeiten:
  • Arbeitshose
  • Arbeitsschuhe (feste, belastbare Schuhe)

 

5.2. Lerndimension: Wohnen und Freizeit

5.2.1. Wohnen

Das Thema Wohnen beinhaltet vielfältige Lernfelder, in denen die Schüler/innen ihre Kompetenzen auf dem Weg zur selbstständigen Lebensführung in lebenspraktischen Zusammenhängen entwickeln und anwenden können.

Die Berufsschulstufe bietet zu diesem Lernbereich einen Kurs „Wohnen“ für 4 Schüler/innen an. Dieser Kurs umfasst sowohl wöchentlich 4 Unterrichtsstunden, sowie 4 Wohntrainingswochen pro Schuljahr. Das Wohntraining findet in einer Ferienwohnung in Sigmaringen statt, die nur ca. 10 Gehminuten von der Schule entfernt liegt. In jedem Kurs treffen in der Regel 2 „Profis“ und 2 „Neulinge“ im Kurs aufeinander. Durch getrennte Schlaf- und Badezimmer sind auch heterogene Schülergruppen möglich. Die Wohntrainingswochen werden durch ein Lehrerteam eng begleitet.

Immer dann, wenn die Berufsschulstufe ins Schullandheim fährt, finden über das Schuljahr gesehen nur 3 Wohntrainingswochen statt. Die Schullandheimzeit bedeutet „Wohntraining“ für alle Schüler/innen der Stufe.

 

5.2.2. Freizeit

In der Berufsschulstufe werden jedes Schuljahr gemeinsame Unternehmungen und Projekte durchgeführt. Beispielsweise der Besuch eines Kinofilms, ein gemeinsamer Tag in den Schwabenthermen in Aulendorf oder ein gemeinsamer Stufenausflug (z.B. Weihnachtsmarkt Ulm, Flughafen Stuttgart, etc.). Bei solchen Veranstaltungen stehen besonders der Freizeitcharakter und das Gemeinschaftserlebnis im Vordergrund. Nach Möglichkeit nutzen unsere Schüler/innen dabei verstärkt die öffentlichen Verkehrsmittel.

 

5.3. Lerndimension: Mobilität

Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Ein großes Anliegen ist, dass Berufsschulstufenschüler/innen - wenn möglich - öffentliche Verkehrsmittel nutzen um die Fidelisschule zu erreichen. Hierbei werden Schüler/innen und Eltern unterstützt soweit es schulisch möglich und notwendig ist (wie z.B. beim Einüben des Umsteigens in Sigmaringen, Lesen von Fahrplänen, Ausdrucken von Verbindungen aus dem Internet, etc.).

Die Monatsfahrkarten werden rechtzeitig vor Beginn eines neuen Monats vom Sekretariat der Fidelisschule ausgegeben. Die Berufsschulstufenschüler/innen unterschreiben, dass sie die Fahrkarte bekommen haben. Für den Verlust haften dann die Schüler/innen selbst. Zusätzliche Kosten für die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln entstehen für Schüler/innen und Eltern nicht.

 

5.4. Lerndimension: Selbstversorgung

5.4.1. Essensausgabe

Unsere Schüler müssen sich, in Anlehnung an die Anforderungen der OWB, ihr Mittagessen selbständig holen und dürfen sich im Speisesaal einen Platz frei wählen. Auch muss jeder Schüler nach der Mahlzeit selbst sein Geschirr wieder zurückbringen.

 

5.4.2. Kochen

Jeweils einmal wöchentlich findet in der Berufschulstufe das Kochen statt. Hierbei bereiten die Schüler ihr eigenes Mittagessen zu und sind für die Einkäufe und die Zubereitung selbst verantwortlich.

 

5.4.3. Schulgarten

In der Berufschulstufe gibt es eine Schulgarten-AG, bei welcher 4 Schüler teilnehmen. Hierbei sind die Schüler für die Gartenpflege (Unkraut jäten, Pflanzen säen, Pflanzen verkaufen, Beete gießen etc.) zuständig.

 

5.4.4. Arbeiten in der Schulküche

Jeweils eine Berufsschulstufenklasse ist nach dem Mittagessen für den Küchendienst, das Aufräumen, Tischabwischen und Stühle hochstellen im Speisesaal verantwortlich.

 

5.4.5. Catering

Ein Berufsschulstufenkurs bietet einen Catering-Service an und erledigt Aufträge von außen (z.B. für den Fachbereich Schule und Bildung im Landratsamt Sigmaringen). Die Bestellung (Getränke, süße Stückchen, Muffins u.ä.) werden von den Schülern mit einer Lehrkraft eingekauft, zubereitet und zum vereinbarten Termin vor Ort in ansprechender Form serviert. Nach Abschluss der Veranstaltung werden die Reste abgeräumt und die Kosten in Rechnung gestellt.

 

6. Ende der Berufsschulstufenzeit/ Übergangsverfahren

In der Berufsschulstufe erfüllen die Jugendlichen ihre 3-jährige Berufsschulpflicht. Schüler/-innen, die das 18. Lebensjahr überschritten haben, können ihre Zeit in der BST um maximal 2 Jahre verlängern. Bei den regelmäßig angebotenen Förderplangesprächen und den Elternsprechtagen wird der Ist-Stand des Schülers/der Schülerin reflektiert und die möglichen beruflichen Perspektiven erörtert. In Absprache mit den Eltern wird die Schulentlassung bzw. den Übergang in das Arbeitsleben terminiert, vorbereitet und organisiert.

Zu Beginn eines jeden Schuljahres gibt es zwischen den Berufsschulstufenlehrer/innen und den Eltern eine Absprache, bei welchen Schülern und Schülerinnen in diesem Schuljahr die Schulentlassung ansteht bzw. welche Schüler/innen voraussichtlich im darauffolgenden Schuljahr entlassen werden können.

 

6.1. Berufswegekonferenz (vorletztes Berufsschulstufenjahr)

Es findet ein Gespräch über die mögliche Zielperspektive des Schülers statt. Dabei werden Kompetenzen und Entwicklungsziele des Schülers benannt, sowie berufliche Interessen diskutiert. Auch wird geklärt, wie die Zeit bis zur Schulentlassung optimal genutzt werden kann.

 

Bei diesem Gespräch sind alle beteiligten Personen, Einrichtungen und Ämter vertreten:

 

 

6.2. Berufsberatung/ Rehaberatung (letztes Berufsschulstufenjahr)

Jedes Jahr im Januar findet die Berufsberatung der Entlassschüler statt. Dabei wird geklärt, wie der Übergang von der Fidelisschule in die Arbeitswelt gestaltet wird, welche beruflichen Interessen vorhanden sind und welche Institution als Arbeitgeber vorgesehen ist. Auch wird besprochen, welche Anträge bis zum Zeitpunkt der Entlassung noch gestellt werden müssen (z.B. gesetzliche Betreuung für über 18 jährige) und wie die Finanzierung aussieht.

Ziel der Berufsberatung ist die verbindliche Planung und Vorbereitung um den Schüler/ die Schülerin individuell passend zu platzieren.

 

 

Bei diesem Gespräch sind alle beteiligten Personen, Einrichtungen und Ämter vertreten:

 

 

7. Die Berufsschulstufe und die Berufsvorbereitende Einrichtung (BVE)

Die Schüler/innen, die Chancen auf eine Anstellung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt haben, absolvieren normalerweise ein Schuljahr in der Berufsschulstufe und nehmen während dieser Zeit am Kurssystem teil. Diese Schüler/innen wechseln dann im darauffolgenden Schuljahr, nach Feststellung der Eignung, in die Berufsvorbereitende Einrichtung (BVE). Auch ist es möglich, schon während der Zeit in der Berufsschulstufe ein mehrwöchiges BVE-Praktikum bzw. ein Praktikum auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu machen.

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